Kleidung tauschen, verkaufen oder verschenken – das ist die Mission der Online- Plattform „Kleiderkreisel“. Wie auch bei eBay lassen sich hier Klamotten und Schmuck aber auch Kosmetik und viele andere Produkte finden, die man zu einem günstigen Preis erwerben oder beispielsweise gegen ein eigenes Kleidungsstück tauschen kann. Eine gute Sache, um „stilvoll gegen die Verschwendung“ anzukämpfen – so das Motto der Online-Plattform Kleiderkreisel.

Meiner besten Freundin wollte ich dieses Jahr eine besondere Freude zu ihrem Geburtstag machen. Sie wünschte sich schon lange ein Pandora Armband. Da ich ihr diesen Wunsch gerne erfüllen wollte, aber als Studentin nicht gerade viel Geld besaß, meldete auch ich mich bei Kleiderkreisel an und stöberte dort nach einem passenden Armband für sie. Ich musste nicht lange suchen, denn es gab zahlreiche „Kreislerinnen“, die ihre Artikel wieder verkaufen wollten, da sie entweder hofften, ihren Geldbeutel wieder etwas auffüllen zu können oder ihnen der erworbene Artikel doch nicht mehr gefiel. Natürlich achtete ich besonders auf den Zustand des Armbands, welcher bei Kleiderkreisel immer mit angegeben werden musste.

Als ich ein passendes Armband für einen recht fairen Preis fand, schrieb ich die Verkäuferin sofort an. Auf Kleiderkreisel ist die Kaufabwicklung sehr simpel: Den Verkäufer anschreiben, online den Preis verhandeln, Kontodaten gegen Adresse austauschen und warten bis der Postbote klingelt.

Ich überwies ihr noch am selben Tag das Geld per Online-Überweisung und freute mich schon sehr, das Armband bald meiner Freundin überreichen zu dürfen. Natürlich erkundigte ich mich ein paar Tage später bei der Verkäuferin, ob das Geld angekommen sei. Sie bestätigte mir den Erhalt der Zahlung und erklärte mir, dass das Armband bereits auf dem Weg zu mir sei. Schon leicht ungeduldig wartete ich nun auf das Päckchen, schließlich war es nicht mehr lange, bis der Geburtstag von meiner Freundin war. Doch nach weiteren sechs Tagen erhielt ich immer noch keine Post.

In diesem Falle ist entscheidend, ob der Verkäufer als Unternehmer des BGB gilt oder als Privatperson. Ist der Verkäufer Privatperson, besagt der gesetzliche Grundsatz, dass der Käufer das Versand- und Verlustrisiko trägt. Der Versendungskauf unter Privatleuten wird durch § 447 BGB geregelt. Dort heißt es: Gefahrübergang beim Versendungskauf
(1) Versendet der Verkäufer auf Verlangen des Käufers die verkaufte Sache nach einem anderen Ort als dem Erfüllungsort, so geht die Gefahr auf den Käufer über, sobald der Verkäufer die Sache dem Spediteur, dem Frachtführer oder der sonst zur Ausführung der Versendung bestimmten Person oder Anstalt ausgeliefert hat.
(2) Hat der Käufer eine besondere Anweisung über die Art der Versendung erteilt und weicht der Verkäufer ohne dringenden Grund von der Anweisung ab, so ist der Verkäufer dem Käufer für den daraus entstehenden Schaden verantwortlich.

Da es sich um einen Privatverkauf handelte und wir uns auf unversicherten Versand einigten, haftet in diesem Falle der Käufer, also ich, für den Verlust der Ware. Verschwindet ein Päckchen oder eine Briefsendung, haftet auch die Deutsche Post nicht dafür. Grund: „Die Sendung kann nicht verfolgt, die Auslieferung nicht nachgewiesen werden, heißt es bei der Deutschen Post. Anders sieht es aus, wenn die Ware per versicherten Versand verschickt wurde. In diesem Fall hat der Absender einen Schadenersatzanspruch. Allerdings kann der Käufer verlangen, dass der Privatverkäufer durch Einlieferungsbeleg, Zeugen oder Ähnliches beweist, dass er die Sache wirklich abgeschickt hat.

So schrieb ich der Verkäuferin, dass nach einer Woche immer noch kein Päckchen angekommen sei. Sie war zum Glück sehr freundlich und schickte mir die Quittung vom Päckchen als Beweis. Zudem wies sie mich noch einmal daraufhin, dass wir uns auf unversicherten Versand geeinigt hatten. Sie war jedoch so kulant und wir einigten uns darauf, dass sie mir die Hälfte des Geldes zurück überwies. Puh nochmal Glück im Unglück gehabt! Nächstes Mal werde ich auf jeden Fall schlauer sein und nur noch versicherten Versand wählen. Dieser ist zwar teurer, dafür ist man auf der sicheren Seite, wenn doch mal etwas verloren gehen sollte…