Ein Tag im Gefängnis. Davon hat jeder seine eigenen Vorstellungen: der eine denkt an Askaban, die andere assoziert es mit der aktuellen Serie „Orange is the New Black“ – Gitterstäbe, harte Betten und ein recht überschaubarer Raum sind wahrscheinlich die ersten Gedanken. Pauschal kann man aber nicht sagen, was einen vor Ort erwartet, wie beispielsweise ein Tag im Gefängnis abläuft. Weltweit gelten unterschiedliche Vorschriften und Ordnungen bezüglich der Haftanstalten.

Betrachtet man ein Gefängnis ein Deutschland beginnt ein Tag in einer JVA zumeist 06:00 Uhr mit dem Wecken der Insassen durch die Beamten, die diese kurze Zeit später aus ihren Zellen entlassen. Diese messen eine durchschnittliche Größe von acht bis zehn Quadratmetern und beinhalten entgegen der weitläufigen Meinung nicht nur ein Bett und einen Tisch. Oftmals sind Einzelzellen in unseren deutschen Gefängnisses zudem mit einem Fernseher oder Radio ausgestattet und vergleichsweise freundlich eingerichtet.

Auf das Frühstück folgt der Gang zur Arbeit: teilweise besteht sogar die Möglichkeit eine Ausbildung oder ein Studium hinter Gittern zu absolvieren. Keineswegs sitzen die Insassen ihre Zeit sinnlos ab. Nach neun Stunden endet die Beschäftigung in der Regel. Bis 17.30 Uhr, das heißt bis zum Abendessen wird dem Häftling freie Zeit zur eigenen Gestaltung eingeräumt. Ab 13.30 Uhr besteht darüber hinaus bis ca. 21.00 Uhr die Möglichkeit zur Teilnahme an einem erweiterten Freizeitprogramm. Zur Nachtruhe findet sich der Häftling dann ab 22.00 Uhr wieder in der eigenen Zelle wieder.

Während so ein „typischer“ Gefängnistag in Deutschland gestaltet sein kann, trifft diese Beschreibung längt nicht auf alle Haftanstalten zu. In Askaban, dem Zauberergefängnis Harry Potters, dienen beispielsweise Dementoren der strengsten Bewachung. Auch Folter kann unter ihrer Aufsicht nicht ausgeschlossen werden. So etwas gäbe es in einem deutschen Gefängnis nicht. Die eine oder andere Besonderheit findet sich aber auch in unserer Welt – wirft man beispielsweise einen Blick nach Arizona, dürfen Häftlinge schon einmal mit rosa Unterhose bekleidet vor die Öffentlichkeit treten und auch Haftanstalten in Nordrhein-Westfalen scheinen Gefallen an der Farbe Rosa zu finden. Angeblich wirkt sich die Farbe beruhigend auf das Gemüt der Gefängnisinsassen aus.

Wir hoffen sehr, dass ihr den Alltag einer Haftanstalt niemals aus erster Hand erfahrt und Gesetze und Rechte achtet und solltet ihr doch das Bedürfnis verspüren, einen Ausflug ins Gefängnis machen zu wollen, kann man sich mancherorts zu Führungen anmelden. Auch eine entsprechende Berufswahl zum Justizvollzugsbeamten ebnet euch den Weg ins Gefängnis.

Quellen: Planet Wissen „Gefängnis – Ein Tag hinter Gittern“ (2015) II Die Welt „Die geheimnisvolle Wirkung der rosa Gefängniszelle“ (2012) II Süddeutsche Zeitung „Häftlinge in rosa Unterhosen“ (2010)