Konzertabsagen – kenne deine Rechte I rechtsgeschichten

Das Weihnachtsfest rückt immer näher und bei dem einen oder anderen stehen Konzerttickets ganz oben auf dem Wunschzettel. Hält man sie an Heiligabend dann auch wirklich in der Hand, rückt der große Tag direkt wieder ein Stückchen näher – die Freude ist riesig. Aber was passiert, wenn das Konzert wider Erwarten abgesagt oder verschoben wird? Hat man dann ein Anrecht auf die Erstattung der Kosten?

Entscheidend für die möglichen Schadenersatzansprüche ist der Grund der Absage. Wird das Konzert abgesagt, weil zu wenig Tickets verkauft wurden oder der Veranstaltungsort für ein anderes Event genutzt werden soll, sind die Chancen auf Erstattung der Kosten höher als bei Gründen die der „höheren Gewalt“ zugeschrieben werden kann. Dazu zählen beispielsweise Unwetter oder ein verunfallter Künstler. Es ist schwierig jemanden zu belangen, wenn man für die Absage des Konzertes niemanden explizit zur Verantwortung ziehen kann.

Hat man hingegen zusätzlich eine Ticketversicherung abgeschlossen, ist die Situation eindeutiger. Berücksichtigt wird dabei nicht die mögliche Absage des Konzertes, sondern ebenfalls eine persönliche Verhinderung aus Krankheitsgründen. Für wenige Euro kann man sich letztlich sicher sein, die Ticketkosten per se zurückerstattet zu bekommen.

In manchen Fällen organisieren die Veranstalter einen Ausweichtermin, an dem das geplante Konzert nachgeholt werden soll. Für denjenigen, der diesen tatsächlich auch wahrnehmen kann, ist im Grunde alles gut. Sollte man eine Teilnahme an dem neuen Termin allerdings nicht realisieren können, besteht seitens des Verbrauchers letztlich die Möglichkeit, sich auf den Kaufvertrag nach § 433 BGB zu berufen:

(1) Durch den Kaufvertrag wird der Verkäufer einer Sache verpflichtet, dem Käufer die Sache zu übergeben und das Eigentum an der Sache zu verschaffen. Der Verkäufer hat dem Käufer die Sache frei von Sach- und Rechtsmängeln zu verschaffen.
(2) Der Käufer ist verpflichtet, dem Verkäufer den vereinbarten Kaufpreis zu zahlen und die gekaufte Sache abzunehmen.

Demnach hat man selbst als Käufer seinen Teil des Vertrages erfüllt, indem man den geforderten Preis für das Ticket gezahlt hat. Der andere Vertragspartner ist also dazu verpflichtet auch seinen Teil zu erfüllen. Andernfalls gilt der Kaufvertrag als nichtig und nicht rechtskräftig, sodass man das Recht hat, sein Geld zurückverlangen. Inzwischen gibt es allerdings bei den meisten Vorverkaufsstellen und Agenturen gewisse Klauseln und AGBs, die man durch seinen Kauf automatisch akzeptiert, und die den Veranstalter unter gewissen Umständen von seinen Verpflichtungen entbinden.

Letzten Endes hat man immer die besten Chancen, sein Geld zurückzubekommen, wenn man am Ball bleibt und auf die eigenen Rechte besteht. Am schönsten, und das wünschen wir jedem Konzertgänger, ist es natürlich trotzdem, wenn die Veranstaltung einfach wie geplant stattfindet und die Freude im Vorfeld nicht getrübt wird.