Auch für Praktika gibt es Regeln.

Ein Praktikum sollte in erster Linie der Berufsausbildung dienen. Regelungen im Arbeitsrecht, die sich speziell auf Praktika beziehen, gibt es allerdings nicht. Viele junge Menschen nutzen ein Praktikum, um im Beruf Fuß zu fassen. Dabei akzeptieren sie vieles, was der Arbeitgeber vorgibt. Rechtlos sind sie jedoch nicht. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Folgenden auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für beiderlei Geschlecht.

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Klare Regeln sind gefragt.

In der Regel hat ein Praktikant keinen Anspruch auf Vergütung. Das gilt, wenn er ein Schülerpraktikum oder ein Pflichtpraktikum für ein Studium absolviert. Wie das Arbeitsrechtsportal http://www.anwaltarbeitsrecht.com ausführt, sind die Rechte und die Pflichten bei diesen Praktika durch Studien- und Ausbildungsordnungen geregelt. Hospitiert ein Praktikant freiwillig in einem Unternehmen, steht ihm aber eine angemessene Entlohnung zu – wobei das Unternehmen in der Höhe des Gehalts nicht festgelegt ist. Denn dann gilt für ihn das Berufsbildungsgesetz. Für die Vergütung muss der Praktikant eine Arbeitsleistung erbringen. Dauert sein Praktikum länger als drei Monate, steht ihm – rückwirkend ab seinem ersten Arbeitstag – der Mindestlohn zu.

Der Anspruch auf Lohn ist einklagbar.

Dienen Arbeitsverhältnisse nur der Form halber als Praktika, können Arbeitnehmer ihren Anspruch auf Lohn gegenüber dem Arbeitgeber einklagen. Bei diesen Scheinpraktika, die nichts mit einer Ausbildung oder dem Kennenlernen der Arbeitswelt zu tun haben, ist eine Klage auf Lohn auch ohne Arbeitsvertrag möglich. Hier sollte Hilfe durch einen Anwalt in Anspruch genommen werden. Besonderes Augenmerk gilt auch den Arbeitszeiten. Für Minderjährige gelten besondere Regeln. Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahre dürfen pro Tag nicht mehr als 8 Stunden arbeiten. Die wöchentliche Grenze der Arbeitszeit bei 40 Stunden. Für unter 15-jährige gelten bereits 7 Stunden am Tag als Grenze. In einer Arbeitswoche dürfen es dementsprechend insgesamt nur 35 Stunden sein.