Kaum gehen Schule und Uni los, häufen sich oft die schriftlichen Arbeiten, Referate und so weiter. Dann heißt es recherchieren, recherchieren… Dabei stolpert man oft im Internet oder in Büchern über Sätze und Ausschnitte und denkt sich: „Das könnte ich so nicht besser formulieren“. Und schnell landen fremde Gedanken in der eigenen Hausarbeit. Das ist auch an sich kein Problem: Solange korrekt zitiert wird und die Quellen in Fußnoten und im Quellenverzeichnis richtig angegeben werden. Wenn das nicht passiert, spricht man von einem Plagiat.

Der Duden definiert Plagiate als „unrechtmäßige Aneignung von Gedanken, Ideen o. Ä. eines anderen auf künstlerischem oder wissenschaftlichem Gebiet und ihre Veröffentlichung“. Das heißt, wir sprechen von Diebstahl geistigem Eigentum.

Leider gibt es viele Beispiele, in denen fremde Leistungen als die eigenen ausgegeben werden. Denken wir zurück an den ehemaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Im Jahre 2011 sorgte er für negative Schlagzeilen, als ans Licht kam, dass an verschiedenen Stellen in seiner Doktorarbeit Plagiate gefunden wurden. Nach wochenlangen Diskussionen in den Medien und zahlreichen Strafanzeigen, die gegen ihn gestellt wurden, trat er zurück. Das Wort „Guttenbergen“ als Synonym für „Abschreiben“  wurde zu einem der bekanntesten Jugendwörter 2011.

Wenn man in seiner Hausarbeit oder in seinem Referat beim Täuschen erwischt wird, gibt es zwar keinen Aufruhr in den Medien, trotzdem kann es schlimme Konsequenzen geben. Denn wer plagiiert, verletzt das Urheberrecht!

§ 2 Abs. 2 UrhG besagt: „Werke sind sinnlich wahrnehmbare und eigenschöpferische Gestaltungen von Ideen und Inhalten.“

Es kommt natürlich auf den Lehrer/Dozenten, die (Hoch-)Schule und sogar das Bundesland an, was passiert wenn Plagiate aufgedeckt werden. Im besten Fall wird die Aufgabe erneut gestellt oder der Lehrer vergibt eine Strafarbeit. An Universitäten sind die Folgen oft gravierender. Arbeiten können als ungenügend bewertet werden und im schlimmsten Fall können  Studenten sogar der Hochschule verwiesen werden oder Zeugnisse werden aberkannt. In einigen Fällen müssen auch Bußgelder gezahlt werden.

Dabei ist es doch eigentlich gar nicht so schwierig Plagiate zu vermeiden. Wer richtig zitiert und Quellen vermerkt, geht kein Risiko ein und kann mit gutem Gewissen seine Arbeiten abgeben.

Duden unter: http://www.duden.de/rechtschreibung/Plagiat (abgerufen am 25.04.2017)
Dpa unter: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-03/guttenberg-chronologie-plagiatsaffaere, 01. März 2011  (abgerufen am 25.04.2017)
http://www.studium-ratgeber.de/plagiate-hausarbeit.php (abgerufen am 24.04.2017)
Steinhauer, Dr. jur. Eric. W.:  „Der Begriff des Plagiats und seine Rechtsfolgen im Rahmen von Promotionsverfahren“, unter https://www.akin.uni-mainz.de/files/2013/04/Steinhauer_Der_Begriff_des_Plagiats_und_seine_Rechtsfolgen_im_Promotionsverfahren.pdf (abgerufen am 24.04.2017)
D.A.S. unter: https://www.das.de/de/rechtsportal/schule-und-unterricht/noten-zeugnis/plagiat-schule.aspx , 13.10.2016 (abgerufen am 24.04.2017)

Bitte nicht „guttenbergen“ I rechtsgeschichten