Wenn man dem alten Spruch glauben will, dann ist der Hund der beste Freund des Menschen. Für die meisten Hundebesitzer trifft dieser Spruch mit Sicherheit den Nagel auf den Kopf. Wäre es da nicht toll, wenn man seinen treuen Begleiter mit zur Arbeit nehmen könnte? Natürlich kann man nicht in jedem Beruf seinen Hund mit an den Arbeitsplatz nehmen, auf einer Baustelle wäre es zum Beispiel für ihn zu gefährlich oder im Krankenhaus zu unhygienisch, auch bei Taxifahrern eher unpraktisch, aber im Büro dürfte doch nichts dagegensprechen – oder?!

Tatsache ist, dass wenn man seinen Hund mit ins Büro nehmen will, erstmal einige Dinge beachten muss. Jeder Arbeitgeber kann sich dazu entscheiden, Hunde im Büro zu erlauben aber keiner muss es (Hausrecht des Arbeitgebers (§§ 858 ff., 903, 1004 BGB). Ein Arbeitnehmender benötigt also eine ausdrückliche Genehmigung des Arbeitgebenden. (Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 24. März 2014 – 9 Sa 1207/13 –, juris). Außerdem gibt es einen Anspruch des Arbeitnehmenden wenn er auf dem Gleichbehandlungsgrundsatz basiert. Das bedeutet, dass man seinen Hund mitbringen darf, wenn es anderen in der Firma auch gestattet ist. Es sei denn der Arbeitgeber kann dafür fundierte Argumente erbringen, zum Beispiel wenn er einem Arbeitnehmer gestattet, seinen Chihuahua mitzubringen, dürfte er einem anderen verbieten, seinen Rottweiler ebenfalls mit zu bringen, weil die Tiere – auch wenn es beides Hunde sind – komplett unterschiedlich sind.

ArbeitgeberInnen können die Erlaubnis für Hunde im Büro auch widerrufen. Dafür kann er verschiedene Gründe haben. Zum einen natürlich wenn der Hund beim Arbeiten stört z.B. durch Bellen, aber auch wenn sich Mitarbeitende von dem Hund bedroht fühlen. Dafür muss es keine Vorfälle gegeben haben: es reicht, wenn MitarbeiterInnen sich unwohl fühlen. Außerdem kann es Mitarbeitende geben, die eine Hundehaarallergie haben oder erst entwickeln, auch dann kann die Erlaubnis den Hund mitzubringen wiederrufen werden. (Fürsorgepflicht des Arbeitgebers §241 Abs. 2 BGB)

Anders liegt der Fall, wenn es sich zum Beispiel um einen Blindenhund handelt, dann haben Arbeitnehmende das Recht diesen mitzubringen, wenn er sich anders nicht orientieren kann (behindertengerechte Gestaltung seines Arbeitsplatzes, § 81 Abs. 3 SGB IX).

Grundsätzlich kann ein Hund das Arbeitsklima verbessern und die Gesundheit der MitarbeiterInnen fördern. Vorausgesetzt, dass alle Mitarbeiter des jeweiligen Büros Hunde mögen. Eine Studie aus dem Jahr 1999 von der University of Buffalo hat gezeigt, dass ein Hund oder eine Katze am Arbeitsplatz sogar dafür sorgen kann das sich der Blutdruck der beteiligten verringert. Auch Spaziergänge mit dem Hund in der Mittagspause sind mit Sicherheit gesünder als sich nur in den Aufenthaltsraum des Büros zu setzen.

Letztlich sollten die Vor- und Nachteile gut abgewogen werden, um eine gute Entscheidung für alle Beteiligten – Mensch und Tier – zu treffen!

 

Quellen:

Bundesverband Bürohund: http://bv-bürohund.de/

Studie der Buffalo University: http://www.buffalo.edu/news/releases/1999/11/4489.html

Anwalt.de: https://www.anwalt.de/rechtstipps/hunde-am-arbeitsplatz_097524.html
https://pixabay.com/de/hund-laptop-computer-gl%C3%A4ser-2983021/

Der beste Freund mit im Büro!? I rechtsgeschichten