Jeder kennt es, man findet einen spannenden Film im Internet, den man sich gern anschauen möchte. So geht es auch Anna, die sich jetzt die Frage stellt, ob es nun legal oder illegal ist, wenn sie den Film streamt? Und wird sie es später bereuen, sich den Film angeschaut zu haben?

Dazu kann vor allem das Urheberrechtsgesetz Anna die richtigen Antworten bieten. Das Urheberrechtsgesetz ist dafür da, den Urheber erheblich bei der Verwertung seiner Werke zu schützen. Um zunächst einmal zu wissen, was der Begriff „Streaming“ genau bedeutet, informiert sich Anna vorab im Internet. Dabei lernt sie, dass beim Videostreaming Videos live oder zu einem späteren Zeitpunkt im Browser angeschaut werden können, ohne dass die Datei auf dem eigenen Rechner dauerhaft heruntergeladen werden muss. Allerdings wird der Film vorübergehend auf dem Computer gespeichert, damit er später zum Beispiel angehalten, oder vor- und zurück gespult, werden kann.

Laut § 44a UrhG, werden Kopien von Verboten ausgeschlossen, die nur flüchtig und begleitend gespeichert werden. Solange Anna den Film also nicht dauerhaft speichert, verletzt sie das Urheberrechtsgesetz nicht. Problematisch wird es also, wenn sie den Film herunterlädt. Dann handelt sie illegal. Denn durch das Herunterladen eines Filmes fertigt man eine Kopie an, was nach § 16 UrhG verboten ist.

Anna hat auch noch ein weiteres Problem. Sie muss am Mittwoch einen Vortrag in der Schule vor ihrer Klasse und ihrer Lehrerin halten. Es könnte auch sein, dass sich externe Zuhörer für diesen Vortrag interessieren und daran teilnehmen. Nun fragt sich Anna, ob sie einen Film, den sie schon vor langer Zeit illegal aus dem Internet heruntergeladen hat, für ihren Vortrag zeigen darf. Denn schließlich ist der Film ja jetzt eh schon auf ihrem Stick. Um sicher zu gehen, informiert sie sich deshalb noch einmal im Internet dazu. Dabei stellt sie fest, dass sie so gegen § 19a UrhG verstoßen würde. Denn es ist verboten, heruntergeladene Filme öffentlich zugänglich zu machen, wenn man keine Rechte hat, die Software zu vervielfältigen. Anders sieht es aus, wenn Anna sich einen Film gekauft hat, denn damit erwirbt sie vom Urheber das Recht, ihn auch zu vervielfältigen, sofern dies für die Nutzung notwendig ist. So dürfte sie den Film auch für ihren Vortrag nutzen.

Berücksichtigt Anna all diese Dinge, sollte einem gemütlichen und legalen Filmabend also nichts mehr im Weg stehen und sie kann den Film ohne ein schlechtes Gewissen genießen. Auch der Vortrag sollte mit Hilfe des Filmes spannend werden und erfolgreich gelingen.

Quellen:
Berliner Morgenpost (2015): Illegales Streamen kann teuer werden. Verfügbar unter: https://www.morgenpost.de/schueler/article139748074/Illegales-Streamen-kann-teuer-werden.html (zuletzt abgerufen am: 13.12.2017).
Basic Thinking (2015): Streaming: So sieht die Rechtslage aus. Verfügbar unter: https://www.basicthinking.de/blog/2015/12/14/streaming-rechtslage/ (zuletzt abgerufen am: 13.12.2017).

Streamen – legal oder nicht? I rechtsgeschichten
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