Es ist 16:30 Uhr. Georg hat Feierabend. Voller Vorfreude auf sein gemütliches Sofa fällt ihm ein, dass er von seiner Frau den Auftrag erhalten hat, heute den Wocheneinkauf zu übernehmen. Wohl oder übel muss er den Weg in den Supermarkt noch hinter sich bringen. Als er mit einem prall gefüllten Einkaufswagen an der Kasse steht und mit dem Einpacken beginnt, sieht er im Augenwinkel, wie die Verkäuferin stutzig auf den eben ausgehändigten 100 Euro Schein blickt, einen Prüfstift herausholt und das Geld bemalt.

Ein sogenannter Geldprüfstift ist dafür da, bestimmte Merkmale im Schein sichtbar zu machen und Falschgeld zu entlarven. Zu diesen Merkmalen gehören vor allem die Magnesium- und UV-Merkmale eines Geldscheins; auch die fluoreszierende Farbe, die in den echten Scheinen zur Sicherheit vor Fälschungen integriert wurde, kann mit dem Geldprüfstift überprüft werden. Es gibt zwei Arten von Prüfstiften: 1. Den chemischen Prüfstift: Hier markiert man eine helle Stelle des Scheins, wartet ein paar Sekunden ab, bis eine Verfärbung erkennbar wird. Bei einer hellen, gelblichen Verfärbung handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine echte Banknote, bei einer dunklen Verfärbung um Falschgeld. 2. Den elektronischen Prüfstift: Hier führt man den Stift direkt über die Seriennummer. Bei einem echten Schein gibt der Stift einen Ton ab.

Georg fragt völlig verdutzt: ,,Was ist denn los? Stimmt etwas nicht?“ ,,Mein lieber Herr, das hier ist Falschgeld. Es tut mir leid, ich muss die Polizei verständigen. Ist in meiner Karriere schon ein paar Mal passiert. Warten Sie bitte hier vorne.“ Georg bekommt ein mulmiges Gefühl im Bauch. Die Leute hinter ihm in der Schlange schauen ihn mit verurteilenden Blicken an. ,,Ach du meine Güte, ich habe das nicht gewusst!“ ,,Das glaube ich Ihnen. Trotzdem bin ich verpflichtet, die Polizei zu informieren.“ Georg tut, was die Dame sagt. In seiner Aufregung fängt er an zu recherchieren. Was ist Falschgeld?

Von Falschgeld spricht man bei Geldscheinen und Münzen, die gesetzliche Zahlungsmittel imitieren sollen und nicht von der jeweiligen Zentralbank autorisiert sind. Dem arglosen Inhaber soll der Wert von echtem Geld vorgetäuscht werden. Falschgeld wird auch „Blüten“ genannt.

20 Minuten später steht Georg auch schon mit der Polizei im Gespräch. Diese bestätigt noch einmal das Vorliegen von Falschgeld und klärt Georg über die Rechtsfolgen auf.

Das unbewusste Zahlen mit Falschgeld ist nicht strafbar. Auch das Bundeskriminalamt sagt dazu: „Wenn ein Kunde die Fälschung selbst nicht erkannt hat, handelt er nicht mit dem Vorsatz der Falschgeldverausgabung. Der Herausgeber macht sich in diesem Fall nicht strafbar.

Die Geldfälschung gilt in Deutschland als ein Unterfall der Urkundenfälschung und ist verankert in § 146 StGB, in dessen Absatz 1 es heißt:

„Mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr wird bestraft, wer

1. Geld in der Absicht nachmacht, dass es als echt in Verkehr gebracht oder dass  ein solches Inverkehrbringen ermöglicht werde, oder Geld in dieser Absicht so verfälscht, dass  der Anschein eines höheren Wertes hervorgerufen wird,

2. falsches Geld in dieser Absicht sich verschafft oder feilhält oder

3. falsches Geld, das er unter den Voraussetzungen der Nummern 1 oder 2 nachgemacht, verfälscht oder sich verschafft hat, als echt in Verkehr bringt.“

Bezahlt jemand also unwissend mit Falschgeld, kann er nicht wegen einer vorsätzlichen Straftat verurteilt werden. Pech hat der Betroffene allerdings, was den Gegenwert seiner Blüten anbelangt. Diese werden von der Polizei eingezogen und somit geht für ihn auch der Geldwert verloren. Ersatz kann man nur von der Person fordern, die das Falschgeld verbreitet hat – und das auch nur dann, wenn man es ihr nachweisen kann.

Wenn Verbraucher befürchten, dass sie gefälschte Banknoten oder Münzen erhalten haben, können sie das Geld bei ihrer Hausbank überprüfen lassen. Bei Euro-Scheinen oder Münzen kann man sich auch an die Filialen der Bundesbank wenden. Einen Ersatz – also echtes Geld statt der Blüten – bekommen sie aber auch in diesen Fällen nicht. Wenn man merkt, dass man Falschgeld angeboten bekommt, sollte man sofort die Polizei rufen oder zur nächsten Polizeidienststelle gehen, empfiehlt das BKA. Jeder Hinweis könne helfen, Fälschern auf die Spur zu kommen. Besonders Fingerabdrücke sind wichtig. Um diese zu sichern, sollten Betroffene das Falschgeld nach Möglichkeit in einen Briefumschlag stecken, bis es an die Ermittler weitergegeben wird.

Um einen Schein auf seine Echtheit zu prüfen, gehst du in 3 Schritten vor:

  1. Fühle über die Scheine – Das Papier echter Euro- Banknoten besteht aus Baumwolle. Ihre Oberfläche fühlt sich griffig und fest an. Du kannst fühlen dass der Aufdruck an einigen Stellen des Scheines dicker wird.
  2. Mache den Lichttest – Alle legalen Banknoten sind mit einem Wasserzeichen versehen, das sich schwach erkennen lässt, wenn du den Schein gegen Licht hältst. Das Wasserzeichen enthält entweder Motiv und Wertzahl oder das Porträt der mythologischen Gestalt Europa. Zusätzlich zum Wasserzeichen wird im Licht ein Sicherheitsfaden erkennbar. Auf diesem Streifen steht das Wort Euro oder das Eurozeichen, sowie die Wertzahl des Geldscheins.
  3. Kippe die Geldscheine – Jede Banknote ist auf der Vorder- und Rückseite mit einem Hologramm oder einem Farbwechsel versehen. Bewegst du den Schein leicht hin und her, kannst du das gut erkennen.

Da Georg nicht wusste, dass der Hunderteuroschein gefälscht war und er auch nicht weiß, woher und von wem er den Schein erhalten hat, hat er sich nicht nach § 146 StGB strafbar gemacht. Georg ist vorerst beruhigt, dass keine weiteren Schwierigkeiten auf Ihn zukommen. Dass er die 100 Euro nicht ersetzt bekommt, ärgert ihn allerdings. Er versucht mit der Einstellung an die Sache heranzugehen, dass er aus dem Fall gelernt hat und ab sofort viel aufmerksamer mit seinem Bargeld umgehen wird. Eine Geschichte für den nächsten Abend mit seinen Kumpels hat er jetzt auf jeden Fall.

Quellen:

https://www.t-online.de/finanzen/geld-vorsorge/sparen-finanzieren/id_47156018/mit-dem-geldpruefstift-falschgeld-erkennen.html

(Letzter Zugriff: Uhrzeit 15:00Uhr,13.11.2020)

https://www.fachanwalt.de/magazin/strafrecht/falschgeld

(Letzter Zugriff: Uhrzeit 20:02 Uhr,13.11.2020)

https://www.shopdirect-online.de/magazin/ratgeber/falschgeld-erkennen

(Letzter Zugriff: 19:05 Uhr, 13.11.2020)

https://web.de/magazine/ratgeber/finanzen-verbraucher/falschgeld-umlauf-passiert-versehentlich-gefaelschten-scheinen-bezahlt-34267092

( Letzter Zugriff: 19:26 Uhr, 13.11.2020)

https://dejure.org/gesetze/StGB/146.html

(Letzter Zugriff: 20:02 Uhr, 13.11.2020)

https://www.bundesbank.de/de/aufgaben/bargeld/falschgeld/falschgeld-599568

(Letzter Zugriff: 16:45 Uhr, 24.11.2020)

https://www.bka.de/DE/IhreSicherheit/RichtigesVerhalten/Falschgeld/falschgeld_node.html

(Letzter Zugriff: 16: 30 Uhr, 24.11.2020)

Vorsicht Falschgeld | rechtsgeschichten
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